La petite baigneuse
Objektbeschreibung
Laurens’ kaum ein Jahrzehnt umfassende Schaffenszeit nach dem Zweiten Weltkrieg ist geprägt von einer Rückkehr zur dynamischen Gliederfiguration der Vorkriegszeit, die zur Gestaltung des Rhythmus eine noch größere Freiheit im Umgang mit anatomischen Gegebenheiten und bei der Mitwirkung des Raumes walten lässt. So wird etwa durch die anaturalistische Volumenverlagerung bei der „Kleinen Badenden“, den fast zerbrechlichen Ansatz des rechten Oberarmes, der sich, Raum umschließend, hüftwärts verdickt, die korrespondierende Anhebung des linken Armes und die asymmetrische Aufstellung des rechten Beines mit seinen wuchtigen Formen, eine Art Drehmoment suggeriert, das den Betrachter zum Umschreiten der Figur (in ihrer großen Version von 1,60 m Höhe) veranlasst. Auch bei der „Kleinen Spanierin“ (SSG 171), dem letzten Werk des Künstlers, ist diese rhythmische Volumenvertauschung wirksam, die seinen souveränen Umgang mit der plastischen Form bezeugt. | Anita Beloubek-Hammer