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Objektbeschreibung

Die Zeichnungen des Schweizer Bildhauers Alberto Giacometti sind von gleicher Intensität wie seine Skulpturen. Es ist die menschliche Figur in ihrer psychischen Versehrtheit, die ihn zeitlebens beschäftigte. Die beiden Figuren des Doppelporträts erfasste er in einem Prozess des steten Überzeichnens: Unzählige Male wanderte die Feder über die Gesichter, überzeichnete, um erneut zu überzeichnen. Während die Körper nur skizziert sind, verdichten und verfinstern sich die Gesichter durch die zahllosen Strichen. Augen, Nase, Mund und andere individuelle Merkmale sind nur mehr als Andeutung sichtbar. Vermutlich sind es zwei männliche Figuren, die frontal dem Betrachter gegenüberstehen, sie sind in einem Rahmen eingesperrt. Die sich daraus ergebende Wirkung ist auf seltsame Weise beklemmend. So erscheinen die Gestalten wie das Echo eines einsamen Menschen, der in qualvoller Furcht inmitten einer verzweifelten Leere und Unsicherheit verharrt. | Melanie Franke