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Viaduct (1935, 108 (P 8))


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Objektbeschreibung

Das Thema der Überbrückung des Raumes hat Klee wiederholt beschäftigt. Zahlreich sind seine Darstellungen von Seiltänzern, Equilibristen, die sich über leere Abgründe oder über gefährliches Getümmel bewegen. Architektonisch wird das Motiv in den Brückenbildern gefasst, deren wichtigste allerdings erst 1937 entstanden. Bereits zwei Jahre zuvor hatte Klee mit Aquarellfarben auf einem mit Gips grundierten Jutestoff einen „Viaduct“ gezeichnet, den sein Sohn Felix später präziser als „Fachwerkbalkenkonstruktion" beschrieb. Knapp unterhalb des oberen Bildrandes spannt sich eine dunkelrote Konstruktion horizontal über das gesamte Bildfeld, welches durch transparent sich überlagernde Farbflächen strukturiert ist und von einem tiefen Blau hinterfangen wird. Um dies als Himmel zu definieren, setzte Klee vermutlich zunächst zwei sechsstrahlige Sterne links der Bildmitte nebeneinander. Er entschied sich dann aber für eine konsequente Reihung, wobei er die Sternform zu diagonalen Kreuzen vereinfachte und sie in quadratische Kästchen einpasste. Die regelmäßige Struktur wirkt wie eine mit der Nähmaschine erzeugte Verbindungsnaht, die Himmel und Erde auf dem ausfransenden Untergrund zusammenhält. | Dieter Scholz