La vague
Objektbeschreibung
Die noch relativ kompakte Kalksteinskulptur „Kauernde mit Tuch" (SSG 161) und die übermütig bewegte weibliche „Woge“ markieren eine Zäsur bei der künstlerischen Neuorientierung Laurens', obwohl sie zeitlich recht nah beieinander entstanden sind. Von jetzt an beherrschen Ozeaniden, Sirenen und Nereiden, Fabelwesen des Meeres, das Laurens zu jener Zeit noch gar nicht gesehen hatte, sowie Göttinnen der antiken Mythologie als dynamische Figurationen mit weit in den Raum ausgreifenden Gliedern die Bildhauerei des Künstlers. Mit ihrer Anmut und mediterranen Sinnenfreude gelten sie im Allgemeinen als Inbegriff der Figurenkunst dieses Bildhauers, der dem Leitsatz folgte: „Ich strebe nach der Reife der Formen. Ich möchte erreichen, dass ich sie so füllig wiedergebe, dass man nichts mehr hinzufügen kann.“ Die heitere Gelöstheit der Figurenwelt von Laurens ist umso erstaunlicher, bedenkt man das mühevolle, von einer schweren Knochenkrankheit gezeichnete Leben des Künstlers, dem aus diesem Grunde bereits 1914 ein Bein amputiert werden musste. | Anita Beloubek-Hammer