Ohne Titel
Objektbeschreibung
Der Spanier Oscar Domínguez kam 1927 geschäftlich nach Paris, wo er erste Kontakte zur dortigen Avantgarde knüpfte. Zu Beginn der 1930er Jahre entstanden autodidaktisch, beeinflusst von Max Ernst, Yves Tanguy und Salvador Dalí, auf Domínguez’ Heimatinsel Teneriffa die ersten surrealistischen Arbeiten. 1933 ließ sich der Künstler dann in Paris nieder und trat der surrealistischen Vereinigung bei. Seine Werke dieser frühen Jahre zeigen bewusst rätselhaft angelegte Bilder mit sich wiederholenden Motiven. Häufig stehen der weibliche Körper und Tier-Mensch-Figuren im Mittelpunkt. Domínguez setzte Gegenstände und Figuren in neue, allen psychoanalytischen Deutungsversuchen zum Trotz auf ihre Unauflösbarkeit abzielende Bildzusammenhänge. Humorvolle und fantastische Komponenten verbinden sich in seinen Kompositionen. Domínguez’ wichtigste Inspirationsquelle waren seine Heimat Teneriffa und die Erlebnisse aus der hier verbrachten Jugend. André Breton, der ihn 1935 mit seiner Frau und dem Schriftsteller Benjamin Péret auf Teneriffa besuchte, fand hier die mythische Quelle für die Imaginationen des Kanaren, die ihn so begeisterten. Für die Surrealisten war Teneriffa, die sie „die surrealistische Insel“ tauften und mit Atlantis verglichen, fortan der „prädestinierte Ort“, dessen „Flora, Geologie und Ursprung ans Wunderbare grenzen“. Die der Fantasie der Künstler und Poeten entsprungenen Bilder schienen sich hier zu realisieren. | Silke Krohn