am boden sitzende Frau, mit e. Unterrock bekleidet, Kopf über d. Nase abgeschnitten
Objektbeschreibung
Mit schnellen Bleistiftstrichen skizzierte Klee im Juli 1906 einen sitzenden weiblichen Halbakt. Die Figurenauffassung ist insofern der zweiten Version von „Weib u. Tier“ (SSG 180) vergleichbar, als sich auch bei der Sitzenden ihr nackter Oberkörper aus einem fast amorph scheinenden Unterbau herausschält. Dieser besteht aus einem wallenden Unterrock, der sich um massige Waden bauscht. Wieder sind die Hände zwischen die Schenkel geführt, erneut wird der Kopf gegen die Körperrichtung gedreht. Eine dicke Unterlippe, die flache Nase und gelockte Haare bieten eine ähnliche, unschöne Physiognomie. Diese wird durch den oberen Blattrand beschnitten. Ob darin – wie bei Degas und Toulouse-Lautrec – ein bewusst eingesetztes formales Mittel zur Erhöhung der bildlichen Spannung gesehen werden darf, ist fraglich, auch wenn sich Klee bei Reisen nach Paris (Juni 1905) und Basel (März 1906) ausführlich mit Bildwerken des Impressionismus auseinandergesetzt hatte. | Dieter Scholz