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Objektbeschreibung

Auch mit dem Motiv eines Fensters verweist Redon auf geistige Welten, hier aber auf die mittelalterliche Frömmigkeit, indem er die Konturen einer gotischen Bleiverglasung imitiert und damit auf die eschatologischen Botschaften farbiger Kirchenfenster verweist. Doch was sich im ersten Moment als Symbolik des christlichen Glaubens darbietet, entpuppt sich alsbald als Ort möglicher Schrecken: Das Fenster mag zwar die geistigen Verbindungen zum Jenseits illustrieren, mag die Schönheit historischer Glasmalereien aufweisen, es ist aber vergittert wie ein Florentiner Stadtpalast. Hier – wie in mehreren ähnlichen Darstellungen – gibt es kein Entkommen, was umso schwerer wiegt, als rechts eine fratzenhafte exotische Gestalt auftaucht, die einem Unsichtbaren geradezu aufzulauern scheint. Redon kannte Edgar Allan Poes abgründige Dichtungen; hier werden sie dem Geiste nach heraufbeschworen. | Bernhard Maaz