Hofinneres bei Bacharach
Objektbeschreibung
Der gebürtige Berliner Spindler, der lange in Meinigen tätig war, starb Mitte der 1930er-Jahre. Sein Werk ist unbekannt; es scheint sich vor allem um Alltags- oder Landschaftsszenen zu handeln sowie um Stadtansichten wie in dem Gemälde „Hofinneres bei Bacharach“. Nach seinem Tod bot seine Witwe Martha der Nationalgalerie zunächst eine Zeichnung an und wurde von Direktor Paul Ortwin Rave an das Märkische Museum verwiesen (SMB-ZA, I/NG 1012; daraus auch die folgenden Zitate). Kurz darauf wollte sie der Nationalgalerie ein Gemälde ihres Mannes schenken, was man aber mit der Erklärung ablehnte, dass es „nach den Bestimmungen der National-Galerie nicht möglich [sei], dass Schenkungen (oder Vermächtnisse) der eigenen Werke von Künstlern angenommen werden dürfen, wenn diese nicht bereits vorher in der National-Galerie vertreten waren“. Anscheinend sprach Frau Spindler daraufhin mit dem Bürgermeister von Meiningen, Wilhelm Zierdt, welcher der Nationalgalerie im Dezember 1937 eine Schenkung im Namen der Stadt anbot. Die Nationalgalerie lenkte ein und wählte eines von drei eingesandten Bildern aus. Offiziell in den Bestand aufgenommen wurde das Werk aber nie. Rave notierte, das „Bild ist so miserabel, dass es möglichst nicht inventarisiert werden soll“. In der Tat lässt sich das Gemälde „Hofinneres bei Bacharach“ wohl am ehesten als „Heimatkunst“ bezeichnen, die sich an der Malerei des 19. Jahrhunderts orientierte. | Emily Joyce Evans