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Objektbeschreibung

Die Zeichnungen bilden im Werk von Laurens – wie bei den meisten Bildhauern – neben Grafiken den lyrischen Gegenpol zur gewichtigen Skulptur. Während dabei in der kubistischen Zeit und auch noch in den anschließenden 1920er Jahren die flächige, kompakte Gestaltung in Form von Collagen und Gouachen dominierte, wurde etwa seit Mitte der 1930er Jahre die kurvig schwingende Linie das beherrschende Element, das mit der Entwicklung seiner Plastik hin zu einer stärkeren Dynamik und Freiheit korrespondiert. Diese Freiheit äußerte sich auch in der relativen Unabhängigkeit des zeichnerischen Werkes von der Plastik, in dem es kaum unmittelbare Entwurfszeichnungen für plastische Arbeiten gibt. Vielmehr umkreisen die Zeichnungen die Thematik der Plastiken mit ihren ganz spezifischen Mitteln, der arabesken Linie als Spur innerer Bewegung und einer das äußerste Papierformat füllenden Komposition. Mitunter scheinen die Formen ins Ungeheuerliche zu wuchern. Dies trifft vor allem auf die Zeichnungen aus den Jahren des Zweiten Weltkrieges zu, in denen – parallel zur Plastik dieser Zeit – der geschlossene, sehr oft monströse Körperumriss dominiert und spitzige Formen der Hände und Füße eine im Œuvre des Künstlers ungewöhnliche Aggressivität zum Ausdruck bringen. Mit ihnen reagierte Laurens unmittelbar auf den Krieg. | Anita Beloubek-Hammer