Logo

Le promeneur, Étude pour "Bouddha qui marche"


FacebookAuf Facebook teilen

Objektbeschreibung

Redon war weder als Mitglied einer großen Künstlergruppe noch dank der Vertretung durch eine Galerie organisiert; er blieb im Wesentlichen und aus ganz freien Stücken auf sich gestellt. Das verlieh seiner Konsequenz zwar Nachdruck, machte ihn aber auch zu einem einsamen Wanderer in der Kunst, die sich ihrerseits in Paris bereits zu einem gigantischen Netzwerk von Galerien und Ausstellungslokalen, Kritikern und Journalisten ausgeweitet hatte. Der insofern also vielleicht ein wenig autobiografisch konzipierte einsame Wanderer mit seinem Nimbus und einer Gloriole ergeht sich in der Natur. Das Blatt wurde früher als „Studie zum Schreitenden Buddha“ betitelt und wird neuerdings als „Figur mit Buch“ sehr viel neutraler benannt. Mit dem älteren Titel stellen sich religiös-kulturelle Verbindungen zur asiatischen Gedankenwelt her, zu einem Kulturkreis, der im ausgehenden 19. Jahrhundert mannigfaltig ins europäische Bewusstsein trat. Redon konzentriert sich aber dabei nicht auf die landläufigen Aspekte der Orient-Rezeption, nicht auf den Exotismus und die Repetition von Kompositionsschemata des japanischen Holzschnitts, sondern er wendet seine ganze Aufmerksamkeit der geistigen Welt des Buddhismus, der kontemplativen Weltvergessenheit und meditativen Selbstverlorenheit in freier Natur zu. | Bernhard Maaz