Formes imaginaires
Objektbeschreibung
Alfred Otto Wolfgang Schulze – Künstlername WOLS – war Musiker und Fotograf und hatte in den 1930er Jahren Werke und Künstler des Surrealismus kennengelernt, bevor er während des Zweiten Weltkrieges in Frankreich zu zeichnen begann. Die „Formes imaginaires“, die sich auf diesem kleinen Aquarell wie tanzend umeinander gruppieren, sind seiner Fantasiewelt entsprungen. Pastellfarbene, längliche Gebilde schweben durch den offenen und scheinbar schwerelosen Bildraum, der nur angedeutet wird. Gleich den Teilnehmern eines Festes spielen Formen in Rosé, Fleischfarbe, Blau und Grau ineinander und überlagern sich. Insgesamt bleiben die Formen flächig, nur an einigen Stellen schattierte WOLS ihre Konturen, sodass sich manchmal Volumen andeutet. Die Assoziation von Händen durch eine mehrfach zu sehende Fingerform in Rot, aber auch von Tieren und Musikinstrumenten unterstreicht den Eindruck eines lebendigen Zusammenseins. Insgesamt ist man versucht, die Formen anthropomorph zu deuten, wenngleich WOLS selbst einmal sagte, man könne aus seinen Werken herauslesen und in sie hineinsehen, was man wolle. | Kristina Lowis