Logo

Œillades ciselées en branche [2]


FacebookAuf Facebook teilen

Objektbeschreibung

Auf seiner zweiten Reise nach Paris im März 1935 schloss sich Bellmer den Surrealisten an, bei denen er jedoch zeitlebens eine Randposition einnahm. Einen engen Kontakt baute er zu Georges Hugnet auf, mit dem er bis 1949 intensiv korrespondierte. Hugnet eröffnete bereits 1934 in Paris eine kleine Buchbinderei, in der er Bücher als eigenständige künstlerische Objekte fertigte. Hier entstand das Gemeinschaftprojekt „Œillades ciselées en branches“ (Verliebte Blicke in den Ast geschnitzt), zu dem Hugnet die Prosagedichte und Bellmer die Illustrationen beisteuerte. Bellmer arbeitete dabei weniger nach den dichterischen Vorlagen seines Freundes, sondern verarbeitete Ideen und Zeichnungen, welche schon vorher entstanden waren, wie das Blatt „Die große Gaukelei“ (SSG 17). Das Büchlein ist eingeschlagen in Spitze und die ersten 30 Exemplare waren mit starkem Parfum geschwängert, sodass es einem Mädchentagebuch gleicht. Es wurde 1939 bei Jeanne Boucher in einer Auflage von 230 Exemplaren verlegt. | Melanie Franke/Nadine Ott