Visage cellulaire
Objektbeschreibung
In der autistischen Abgeschiedenheit einer helmartigen Kugel erscheint das leiblose Profil einer alterslosen weiblichen Gestalt mit harten Zügen, fest geschlossenen Lippen und kleinen Augen, die fest ins Unendliche hinausstarren. Oben links gleißt in unsichtbarer Ferne ein sonnengleiches Hoffnungslicht. Linkerhand und unten trudeln Formen, die man für Pfeile oder für Federn halten könnte, die aber auch an Palmwedel erinnern, ein traditionelles Motiv aus der Sepulkralikonografie. Solche Ambivalenz ist intendiert. Diese offene Ikonografie gleicht einem Traum, evoziert aber auch die Welt eines Hieronymus Bosch mit seinen Fratzen und Grimassen, gliederlosen Leibern und eingeschlossenen Wesen. | Bernhard Maaz