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gedämpfte Härten


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Objektbeschreibung

Im Juli 1931 nahm Klee den Ruf an die Düsseldorfer Kunstakademie an. Dort wurde ihm ein geräumiges Atelier zur Verfügung gestellt, in dem er größere Formate bearbeiten konnte. In seiner Düsseldorfer Zeit entwickelte er einen pointillistischen Malstil, während er in Dessau, wo er sein Atelier zunächst beibehielt, streng konstruktiv weiterarbeitete. Die leicht schizophrene Situation drückt sich auch im Titel „gedämpfte Härten“ aus. Als hart empfand Klee offenbar die in scharfen Winkeln aneinanderstoßenden Linien, in denen gegenständliche Reminiszenzen wie ein entlaubter Baum oder ein Gebäudedach bewahrt wurden. Ihre Dämpfung erfuhren diese auf Fernsicht angelegten Formen durch die farbige Flächenstruktur. Auf einer Lehmgrundierung wurden mit dem Aquarellpinsel gleichmäßige Farbtupfer aufgetragen. Im Unterschied zu neoimpressionistischen Malern wie Seurat und Signac war Klee nicht an der farbtheoretischen, sondern an der atmosphärischen Qualität der divisionistischen Malweise interessiert. Das Vibrieren der Oberfläche, ihr rhythmischer Duktus, machte für ihn die Musikalität dieser Bilder aus. Im Hinblick darauf könnte der entlaubte Baum am linken Bildrand auch als eine Andeutung von Notenlinien gelesen werden und die architektonischen Linien als Bewegungen eines Taktstocks oder Transpositionen einer Partitur. | Dieter Scholz