Gaukler im April
Objektbeschreibung
Im April 1928 druckte Klee am Bauhaus zwölf Exemplare seiner Radierung „Gaukler im April“ als Jahresgabe für die Mitglieder der im November 1925 gegründeten Klee-Gesellschaft, die den Künstler durch regelmäßige Ankäufe finanziell unterstützte. Gezeigt wird eine Zirkusnummer unter freiem Himmel. Unter den kosmischen Gestirnen, auf die ein Tannenbaum zuwächst, balanciert ein Seiltänzer mit seinem Stab an der Spitze einer hohen Leiter. Was als Gleichnis für die Existenz des Künstlers gelten könnte, der sich ungesichert und wagemutig trotz lebensbedrohlicher Absturzgefahr zu den höchsten Höhen aufschwingt, war bei Klee stets auch im diesseitigen Amüsement verankert. Bereits 1906 hatte er in Bern eine Vorstellung des berühmten Schweizer Familienzirkus Knie besucht, und zwei Jahrzehnte später genoss er Akrobatik und Artistik als Gegengewicht zu den stark formalisierten Darbietungen der Bauhaus-Bühne. | Dieter Scholz