Figur in großer Höhe II
Objektbeschreibung
Schon 1993/94 begann Szymanski mit „Sieben kleinen Fragmenten für zwei Figuren in großer Höhe“, die auf das berühmte Foto von Richard Peter Bezug nahmen, das unmittelbar nach dem alliierten Bombenangriff auf Dresden am 13./14. Februar 1945 vom Dresdner Rathaus aus entstand. Eine weibliche Gewandfigur verweist mit ruhig ausholender Armgebärde auf die völlig zerstörte Stadt. Mit dieser Hommage an Dresden setzte der im benachbarten Leipzig aufgewachsene Künstler seine Motivwelt fort, die überzeitlichen Mythos, Spuren der Geschichte und der leiblichen Existenz miteinander verschmilzt. Auch in dieser Figur Szymanskis findet der Betrachter keine Eindeutigkeiten. Vielmehr sieht er sich durch die plastisch-pulsierende Dramatik des Organischen mit einem bewegten, partiell durchaus verfremdeten Körperzeichen konfrontiert. Eberhard Roters hat einmal sehr treffend die Formensprache des Künstlers so charakterisiert: „Szymanski ist ein Bildhauer, dem noch nie daran gelegen war, nach Regeln zu arbeiten, die im landläufigen Sinne als solche des klassischen Maßes erachtet werden. Zwar sind seine Skulpturen nach einem Bauprinzip gestaltet […], doch die Weise ihres Gestaltetseins unterliegt nicht dem mathematischen Kalkül proportional berechneten Maßhaltens, sondern sie schöpft, Gleichnis der sich immer neu gebärenden Natur selbst, aus der Vielfalt wuchernder und wachsender Fülle.“ | Fritz Jacobi