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Objektbeschreibung

Mit dem relativ kleinen, altmeisterlich auf Holz gemalten „Le char d’Apollon“ knüpft Redon an eine vier Jahrzehnte ältere Komposition an. Damals kopierte er – etwas summarisch und in eigenwilliger Verknappung – Eugène Delacroix’ Deckenbild „Der Triumph des Apoll“ mit dem Wagen des Apoll in der um 1850 restaurierten Galerie d’Apollon im Louvre. Nun aber tritt er der luftig-leichten Farbigkeit des 18. Jahrhunderts nahe. Apoll, der Sonnengott, fährt hier an locker wolkenüberzogenem Firmament in der goldtonigen, kostbaren Quadriga daher, die von vier weißen Rossen gezogen wird. Die tupfend vorgetragene Komposition erreicht teilweise die Abstraktionsstufe rein formaler Flächenfüllung und lässt den antiken Bildungshorizont fast ganz vergessen. Dieser Sieg genießender Anschauung über intellektuelle Entschlüsselung ist offenkundig von dem mittlerweile fast 70-jährigen Künstler klar kalkuliert und trägt rokokohafte Züge. | Bernhard Maaz