Thomas von Aquin als Bakkalaureus des Albertus Magnus, Vorzeichnung für den Kupferstich Nr. 14 (von 30) in: Vita D. Thomae Aquinatis, Antwerpen: Van Veen, 1610
Objektbeschreibung
Otto van Veen stammte aus Leiden. Zwischen 1575 und 1580 weilte er in Rom und reiste Anfang der 1580er-Jahre über Prag, München, Aachen und Köln zurück in die Niederlande. Zwischen 1585 und 1592 diente er als Hofmaler des spanischen Statthalters Alexander Farnese, Herzog von Parma, in Brüssel. 1592 ließ er sich schließlich in Antwerpen nieder, wo er unter anderem den jungen Peter Paul Rubens unterrichtete. 1614 zog er erneut nach Brüssel und war neben dem mittlerweile weit bekannten Rubens als Hofmaler der Erzherzogin Isabella Clara Eugenia und ihres Gemahls Erzherzog Albrecht VII. von Österreich tätig.
Diese Vorzeichnung für einen Kupferstich entstand in van Veens typischer Helldunkel-Manier. Sie gehört zu einer Folge von 30 Illustrationen für die 1610 erschienene Biographie des bedeutenden Kirchenlehrers Thomas von Aquin (1225-1274). Die Szene zeigt, wie der Dominikanermönch und Philosoph von Aquin als Assistent von Albertus Magnus an der Universität in Paris lehrt (1256-1259). Auf dem Kupferstich, der nach dieser Zeichnung entstand, ist die Sprechblase mit Text gefüllt und eine ausführliche Bildunterschrift beigefügt.