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Breiter Zierstreifen mit figürlichen und geometrischen Motiven


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Objektbeschreibung

Der Zierstreifen aus Seide ist auf ein Leinengewebe aufgenäht. Vermutlich handelt es sich um einen Clavus (Längsstreifen), der einst eine Tunika schmückte. Eingefasst durch schmale Streifen mit gereihten Zackenmotiven ist in der breiten Mittelbahn ein aus verschiedenen Komponenten zusammengesetztes Muster zu sehen, das Rätsel aufgibt: Nach den überlieferten Beschreibungen ist es in Blau, Rot, Gelb, Weiß und Grün ausgeführt. Rechts sind drei menschliche Halbfiguren, vermutlich um einen Tisch sitzend zu erkennen, darunter ein nach links laufendes Tier mit volutenartigen Körper. Über der mittleren Figur schwebt eine weitere Figur mit nach links ausgestreckten Händen und nach rechts gestrecktem, nur teilweise erhaltenem Körper. Diese Szene ist links durch einen senkrechten Streifen mit Rautenstab begrenzt. Weiter links schließen sich geometrisch stilisierte, nicht identifizierbare Tiere an, eines davon schlangenähnlich. Links außen ist ein mit einer gegürteten Tunika bekleideter Mann in Frontalansicht mit erhobenen Armen dargestellt, rechts von ihm ein am Boden liegendes großköpfiges Tier, möglicherweise Löwen. Darüber sind kleine, bizarr verformte menschliche Gestalten wiedergegeben. Die Szenen scheinen in einem narrativen Kontext zu stehen, doch erschließt sich ihre Bedeutung aufgrund der stark stilisierten Wiedergabe der einzelnen Motive nicht. Oskar Wulff und Wolfgang Fritz Volbach zogen den Besuch der drei Engel bei Abraham nach dem Buch Genesis 18,15 und Daniel in der Löwengrube nach dem Buch Daniel aus dem Alten Testament in Erwägung.

Zugehörige Stücke befinden sich im Röhsska-Museum in Göteborg, in der Eremitage in Petersburg, im Musée de l'Homme in Paris und im Musée des Tissus in Lyon. 
Der Zierstreifen wird seit dem 2. Weltkrieg vermisst.