Rippe eines mittelalterlichen Gewölbes, Fragmente
Objektbeschreibung
Die drei profilierten Fragmente einer mittelalterlichen Gewölberippe stammen aus den Ausgrabungen, die Johann Nepomuk Sepp 1874 in der Ruine der kreuzfahrerzeitlichen Kathedrale von Tyros (heute Libanon) durchführte, um das Grab von Kaiser Friedrich I. Barbarossa zu finden. Sie waren Teil von zwei sich kreuzförmig überschneidenden, aus einzelnen Segmenten aufgemauerten Rippenbögen, welche ein Kreuzgratgewölbe unterstützten. Das Profil besteht aus einem leicht geschärften, starken Wulst zwischen zwei kleinen runden Nebenwülsten, jenseits derer zwei breite, tiefe Hohlkehlen zu dem rechteckigen Unterzug überleiten. Auf einem hellen Unterputz haben sich Spuren roter und grüner, ehemals blauer Farbe erhalten. Rippengewölbe mit vergleichbaren Profilen sind typisch für die romanische und frühe gotische Architektur Mitteleuropas. Ihr Fund in der Kathedrale von Tyros belegt, dass die Kreuzfahrer ihre eigene Architektur mit nach Palästina brachten.
Die meist nur bruchstückhaften antiken und mittelalterlichen Funde der Seppschen Grabung werden heute teils in der Antikensammlung, teils in der Abteilung Museum für Byzantinische Kunst von Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst aufbewahrt.