Maisstiel mit Blüte
Objektbeschreibung
Renger-Patzsch lernte als Kind das Offsetdruckverfahren und das Fotografieren bei seinem Vater kennen. Er dachte zunächst daran, Chemiker zu werden, widmete sich jedoch ab 1925 ausschließlich der Fotografie. Um diese Zeit lichtete er Pflanzen wie Mais oder Roggen in scharfer Nahaufnahme ab. In „Maisstiel mit Blüte“ sind alle Teile deutlich sichtbar, neben der männlichen Blütenrispe auch der Halm mit Knoten, Blättern und den Narbenfäden der weiblichen Blüten. Weitere Aufnahmen der „Zea mays“ zeigen gereifte, schon trocknende Maiskörner oder die langen Fäden, die wie Haare vom Kolben herabhängen (Die Welt der Pflanze. Photographien von Albert Renger-Patzsch und aus dem Auriga-Verlag, Ausst.-Kat. SK Stiftung Kultur, Köln, 1998, Abb. 61, 62). In Texten über das Fotografieren von Pflanzen, die aus der gleichen Zeit stammen, diskutiert Renger-Patzsch vor allem die technischen Aspekte solcher Fotografien wie Kameratyp, Objektiv oder Blende (Albert Renger-Patzsch, Die Freude am Gegenstand. Gesammelte Aufsätze zur Photographie, Paderborn/München 2010, S. 59–68, 73–76). Dieser technische Ansatz und der Fokus, der alle Teile des Maises gleichermaßen in den Vordergrund stellt, geben der Aufnahme den Charakter einer Naturstudie. | Emily Joyce Evans