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Objektbeschreibung

Die Betrachter:innen der „Sonnenblume von hinten“ schauen auf den Stiel, die Blätter und den dunklen Blütenboden der Pflanze. Im Mittelpunkt stehen die trockenen Kelchblätter mit ihren spitzen Enden sowie der starke Kontrast zwischen beleuchteten und dunklen Partien. Diese ungewöhnliche Perspektive richtet den Blick weg vom typisch Schönen auf das seltener Gesehene und erfordert längeres Hinschauen. Renger-Patzsch schrieb, ein Fotograf solle sich darauf konzentrieren, „Photographien zu liefern, die aussehen, als ob sie Photographien wären“ (Alfred Renger-Patzsch, Ketzergedanken über künstlerische Photographie, 1925, in: ders., Die Freude am Gegenstand. Gesammelte Aufsätze zur Photographie, Paderborn/München 2010, S. 44). Damit ist gemeint, dass sich ein Fotograf von einer Ästhetik befreien könne, die sich an die malerischen und grafischen Möglichkeiten der Malerei anlehnt. Der scharfe Fokus oder das Spiel von Licht und Schatten lägen demnach dem fotografischen Medium näher. | Emily Joyce Evans