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Koptischer Papyrus mit einer gnostischen Sammelhandschrift (Evangelium nach Maria; Apokryphon nach Johannes; Sophia Jesu Christi; Acta Pauli)


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Objektbeschreibung

Der einzigartige so genannte Berliner koptisch-gnostische Papyruskodex umfasst 141 Blätter und zeugt von den Auseinandersetzungen der verschiedenen Glaubensrichtungen der Zeit. Er enthält aus dem späten 4. Jahrhundert nach Christus mehrere apokryphe, das heißt nicht in den späteren biblischen Kanon aufgenommene Evangelien-Texte - so etwa das Apokryphon des Johannes, die Sophia Jesu Christi oder die Praxis des Petrus. Zusätzlich birgt dieser Kodex das Evangelium einer Frau, der Maria Magdalena. Hier heißt es:

(Erzähler):
Petrus sprach zu Maria:

(Petrus):
"Schwester wir wissen, dass der Erlöser dich liebte mehr als die übrigen Frauen. Sage uns die Worte des Erlösers, deren du dich erinnerst, die du kennst, nicht aber wir, und die wir auch nicht gehört haben.“

(Erzähler):
Maria antwortete und sprach:

(Maria Magdalena):
"Was euch verborgen ist, will ich euch mitteilen“ und sie begann ihnen zu berichten.

(Erzähler):
„Als Maria das gesagt hatte, schwieg sie…“
Entgegen sprach Petrus: …

(Petrus):
“Hat er denn mit einer Frau heimlich vor uns und nicht öffentlich gesprochen? Sollen wir umkehren und alle auf sie hören?“...

(Erzähler):
„Darauf weinte Maria und sprach zu Petrus:

(Maria Magdalena):
Mein Bruder Petrus, was glaubst du denn? Glaubst du, ich habe das selbst ersonnen in meinem Herzen oder ich lüge über den Erlöser?

(Erzähler):
Levi entgegnete und sprach zu Petrus:

(Levi):
„Wenn der Erlöser sie würdig gemacht hat, wer bist denn du, dass du sie verwirfst?
Sicherlich kennt der Erlöser sie ganz genau. Deshalb hat er sie mehr als uns geliebt.
Wir sollen uns vielmehr schämen, den vollkommenen Menschen anziehen, losgehen, wie er es uns aufgetragen hat und das Evangelium verkünden…
Als Levi dies gesagt hatte, schickten sie sich an zu gehen, um zu verkündigen und zu predigen: Das Evangelium nach Maria.“

Die späteste Entwicklungsform der ägyptischen Sprache ist das Koptische, das mit griechischen Buchstaben und einigen ägyptischen Zusatzzeichen geschrieben wurde. Seit den ersten nachchristlichen Jahrhunderten wurde es in verschiedenen Dialekten gesprochen. Die Koptische Sprache wurde von den Christen Ägyptens verwendet und ist bis heute die Liturgiesprache der koptischen Kirche.
V. Lepper