Hallo Kienholz
Objektbeschreibung
„Hallo Kienholz“ ist eine von Alvermanns letzten Assemblagen. Mit ihr wollte er den US-Künstler Edward Kienholz zugleich grüßen und freundlich kritisieren (SMB-ZA, II A/NG 0281, Werkkommentar des Künstlers für die Ausstellung im Otto-Nagel-Haus 1979). Beide wurden bekannt mit Assemblagen aus gefundenen Materialien, mit denen sie die Gesellschaft und Kultur ihres jeweiligen Landes an den Pranger stellten. Ihre Werke wirken brutal, vulgär und satirisch. Dass Alvermann nach 1970 keine Werke dieser Art mehr schuf, lag an seiner Ablehnung des Kunstmarktes, den er bereits in den 1960er-Jahren kritisierte. Ab 1972 griff er wieder zum Pinsel, um realistische politische Kunst zu schaffen. 1979 erhielt er eine Werkschau im Otto-Nagel-Haus in Ost-Berlin, die vom Zentrum für Kunstausstellungen der DDR und vom DDR-Nationalkomitee der Association Internationale des Arts Plastiques (AIAP) veranstaltet wurde und frühe Assemblagen und spätere Gemälde zeigte. Vor allem Letztere wurden in der Ost-Berliner Presse gefeiert, ebenso aber auch seine Abkehr vom Kunstbetrieb, nachdem die gesellschaftskritischen Assemblagen „durch eben diese Demaskierten konsumiert und beklatscht [wurden].“ (Sonntag, 11.3.1979) Im Anschluss an die Schau beabsichtigte Alvermann eine Schenkung der Werke, wobei man in der Nationalgalerie notierte, dass die Gemälde „nicht sonderlich ausgeprägt“ seien (SMB-ZA, II A/NG 281), und die 13 Assemblagen, die im Depot des Alten Museums verblieben, erst nachträglich inventarisiert wurden. Es mag an ihrer Bildsprache im Allgemeinen oder an den sexuellen und satirischen Anspielungen liegen, dass sie bisher kaum ausgestellt wurden. | Emily Joyce Evans