Stehender Mann
Objektbeschreibung
Raumgreifende Bewegungsmomente bei einer kleinteilig gehämmerten Oberflächenbearbeitung prägen diese Statuette eines „Stehenden Mannes“: das weit nach links ausgestellte Spielbein, die assymetrisch nach oben erhobenen, abgewinkelten Arme und die gestisch greifenden Hände sowie der gesenkte Kopf mit wehendem Haar. Dabei stand für den Bildhauer weniger die motivische Klärung des Bewegungsanlasses im Vordergrund als vielmehr die mittels einer Bewegung spannungsvoll inszenierte Körperlichkeit seines Modells. Hierfür hat er anatomisch genau Muskeln und Sehnen zu einer zeitlos-idealen, in der antiken Figurenauffassung gründenden Aktfigur formuliert. Das unsignierte und undatierte Werk gelangte im Rahmen einer Schenkung in den Bestand der Nationalgalerie (Ost). Die markante Körperarchitektur und anatomische Ästhetik sowie die Oberflächenmodellierung verweisen auf eine Arbeit aus dem Kreis um Arno Breker und lassen dessen Komposition für den „Fackelträger (Die Partei)“ (1939) im Hof der damaligen Neuen Reichskanzlei in Berlin aufscheinen (Museum Arno Breker, Nörvenich bei Köln). | Yvette Deseyve