Ernst Heymann
Objektbeschreibung
Der Jurist und Rechtswissenschaftler Ernst Heymann (1870–1946) lebte von 1914 bis 1943 in Berlin, wo er einen Lehrstuhl an der Universität innehatte. An der Preußischen Akademie der Wissenschaften war er zudem ab 1926 beständiger Sekretär und von 1938 bis 1942 Vizepräsident. Anlässlich seines 70. Geburtstags gab die juristische Fakultät eine Porträtbüste und eine Plakette (WVZ Isermeyer 1993, R 29) bei Blumenthal in Auftrag. Das Original der Büste in Gips wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, ein zweites Exemplar blieb jedoch erhalten; zur geplanten Ausführung in Bronze kam es nie. 1962 sollte ein neuer Abguss für das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg hergestellt werden. Da eine Ausfuhr des Gipsabgusses aus der nunmehr in der DDR befindlichen Deutschen Akademie der Wissenschaften (heute Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, BBAW) nicht möglich war, beauftragte man für die Abformung Fritz Ehinger, einen Restaurator der Nationalgalerie (Ost), die dafür 150 DM erhielt. Der Gips wurde Ende 1962 oder Anfang 1963 hergestellt, für den Transport in die Bundesrepublik zunächst an die Gießerei Noack in West-Berlin übergeben und anschließend nach Hamburg gebracht. Die Nationalgalerie hatte von der Akademie der Wissenschaften die Erlaubnis erhalten, ein weiteres Exemplar für ihre Bildnissammlung abzugießen (Archiv der BBAW, VA-23694). Von einer Genehmigung der Erben des Künstlers war dabei nie die Rede. Die Gipsbüste von Heymann wurde nie ausgestellt, sondern im Depot gelagert; viele Jahre lang galt sie irrtümlich als Werk des Bildhauers Fritz Huf. | Emily Joyce Evans