Aktionseinheit
Objektbeschreibung
Seit 1963 befindet sich Dudas Bild „Aktionseinheit“ in der Nationalgalerie, es kann nur schätzungsweise auf die Zeit um 1950 datiert werden. Der Titel geht auf den Aufruf zurück, den zwei Arbeiter mit Pinsel und heller Farbe auf eine rote Backsteinmauer malen. Über die genauen Hintergründe des Bildes ist nichts bekannt. Klar ist jedoch, dass es vom Ministerium für Kultur der DDR zusammen mit Dutzenden weiteren Leinwänden in der Nationalgalerie auf der Museumsinsel eingelagert wurde (SMB-ZA, I/NG 1353, Bl. 159–161). Die Werke wurden danach weder ausgestellt noch publiziert, und das Ministerium verlangte sie nie zurück. Es handelt sich höchstwahrscheinlich um ein Bild, das im Auftrag des Kulturfonds der DDR entstand oder von diesem angekauft wurde. Anfang der 1950er-Jahre hatte sich der Kulturfonds um Werke bemüht, die für Ausstellungen in der DDR und weiteren sozialistischen Staaten geeignet schienen, um den politischen und sozialen Aufbau mit künstlerischen Mitteln zu begleiten. Stilistisch und methodisch sollte der Sozialistische Realismus in der Kunst durchgesetzt werden; viele Werke aus der Zeit galten bei den Entscheidungsträger*innen jedoch als unterkomplex oder ästhetisch unzureichend. „Aktionseinheit“ ist, inhaltlich wie auch in der eher naiven, einfachen Ausführung, dieser Phase zuzuordnen. Werke wie diese wurden nicht der Nationalgalerie geschenkt oder zu Ausstellungszwecken geliehen, sondern sie waren nicht (mehr) vom Staat erwünscht und sollten untergebracht werden. | Emily Joyce Evans