Logo

FacebookAuf Facebook teilen

Objektbeschreibung

Auf einer Töpferscheibe gefertigter schlanker Krug aus beiger unglasierter Irdenware mit abgebrochenem Henkel. Auf der Bruchkante des Henkels an der Gefäßschulter liegen asphaltartige Klebstoffreste einer historischen Reparatur auf. Der stark beschädigte Hals weitet sich trichterförmig und endet in einem verdickten Rand über einer umlaufenden Riefe. Auf der Schulter ist ebenfalls eine tiefe Rille eingeschnitten. Der größte Durchmesser befindet sich etwa auf halber Höhe des Gefäßes. Darunter zieht die Wandung konisch ein und endet in einem flachen Standboden. Auf dem Körper finden sich neben Rostflecken verteilte Pechspritzer, die möglicherweise beim Verschluss des Kruges mit einer Asphaltplombe entstanden. Diese wurde bei der Auffindung entfernt, um an den Inhalt des Gefäßes zu gelangen. Dabei nahm der Rand Schaden. Im Innern fanden sich Kupferhülsen- und Eisenfragmente sowie mehrere kleine Asphaltplomben (vgl. Kt.I 209). Der Krug wurde bei den Ausgrabungen am Tell Dhahab bei einer Feuerstelle in der Ebene am sogenannten Pulvermühlenhügel im Stadtgebiet Ktesiphons gefunden (vgl. KtW 268.1). Die verschiedenen Bestandteile des Fundes lassen die Annahme zu, dass es sich bei der Füllung mit einer sauren Lösung bzw. einem wässrigen Elektrolyt und isolierter Fixierung der Metallteile um einen Kondensator handelt, in dem durch anodische Oxidation bzw. Elektrolyse eine elektrische Spannung aufgebaut wurde. Nach vergleichbaren Funden vom Tell Chudschut Rabbuha bei Bagdad werden derartige Gefäße mitunter als Bagdad-Batterien bezeichnet. Diese können als galvanische Elemente hypothetisch bei elektrotherapeutischen Behandlungen oder zur elektrochemischen Oberflächenveredlung von Metallen eingesetzt werden.