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Objektbeschreibung

Der Lüsterdekor dieser dünnwandigen Schale ist streng symmetrisch aufgebaut. In einen Vierpass ist jeweils ein Dreiblatt eingestellt. In den sich zwischen Lüsterrand und Vierpass bildenden Zwickeln sind passgenau Blattstauden eingelassen.1959 wurden ungefähr hundert ähnliche Schalen in Tell Minis gefunden und werden entsprechend als „Tell Minis Ware“ bezeichnet.

Tell Minis ist ein Höhlenversteck zwischen den syrischen Städten Aleppo und Hama. Diese Schalen sind alle dünnwandig, messen meist um die 20 cm im Durchmesser, stehen auf einem Fußring und weisen eine gerade oder leicht geschwungene Wandung auf. Sie zeichnen sich zudem durch einen leicht rötlichen Ton des Lüsters aus. Diese Stücke werden in das 12. Jahrhundert datiert und weisen feinere Quarzfritte und feingliedrigeren Dekor als die Stücke der späteren „Raqqa-Ware“ auf. Unklar ist ihr Herstellungsort, da lüsterbemalte Keramik im 12. Jahrhundert in Syrien an verschiedenen Orten hergestellt wurde.

Die Schalen scheinen die erste Quarzfritte- sowie die erste lüsterdekorierte Keramik überhaupt in Syrien zu sein. Die Vorläufer für Quarzfritte und Lüster, die Form und die Motive sind im Ägypten des späten 10. bis frühen 12. Jahrhunderts zu finden. Entsprechend wird vermutet, dass die Tell Minis Töpfer in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts von Ägypten nach Syrien gekommen wären und dort die Quarzfritte und Lüstertechnik eingeführt hätten. Sie hätten einige Jahrzehnte gearbeitet und danach die Produktion eingestellt.