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Objektbeschreibung

Haarnetze in Sprangtechnik sind die Kopfbedeckung für Frauen in der Spätantike schlechthin. Sie bestehen aus Wolle oder Leinen, oder aus beidem, und es gibt sie in einer rechteckigen oder wie hier in einer konischen Form mit unterschiedlichen Verzierungen. Sprang ist eine Art des Flechtens, die besonders elastische Stoffe erzeugt und sich daher für die Herstellung von Kopfbedeckungen bestens eignet. Beim Flechten entstehen durchbrochene Rautenmuster in vielen Varianten.
Dieses Haarnetz ist wie Inv. 9323 in Sprangtechnik hergestellt, unterscheidet sich jedoch durch eine durchbrochene Struktur und eine konische Form: Es verjüngt sich an der Spitze und endet in einem drei Zentimeter langen Zopfteil. Durch die Spitze des Zopfteils verläuft eine gelborange Kordel, die im Inneren frei beweglich ist.
Die Unterkanten des Haarnetzes sind beschädigt, sie waren ehemals mit einer Borte über der Stirn und mit einem Gegenzug im Nacken ausgestattet. Da das Haarnetz in Längsrichtung gerissen ist und flach ausgelegt wurde, erscheint es in der Abbildung etwa doppelt so breit, wie es ursprünglich war.
Das konische Haarnetz ist bedeutend länger als Inv. 9323. Das ermöglichte eine stärkere Ausdehnung des Haarnetzes zur Aufnahme voluminöser Frisuren. Abhängig vom Haarvolumen stand das Zopfteil am Hinterkopf hoch oder brach nach hinten um.
Der helle, durchbrochene Grund ist mit einem Rautennetz gemustert und zusätzlich von blauen Längsstreifen durchzogen. Diese blauen Streifen sind in Dreiergruppen angeordnet und werden jeweils von roten Linien eingerahmt.