Hans schlafend
Objektbeschreibung
Bildnis des ältesten Sohnes [#vgl. Ident. Nr. 93-1906], dessen Verschlossenheit und Hang zur Melancholie als Jugendlicher Käthe Kollwitz in ihren Tagebüchern und Briefen an Hans oft beschäftigten. Zwischen der Künstlerin und diesem Sohn bestand - gefördert
durch den tragischen frühen Tod des jüngeren Bruders - zeitlebens eine besonders enge Bindung. Ein Ähnliches, wohl um 1908 zu datierendes Blatt [...] besitzt das Käthe Kollwitz Museum Köln. Dort wirkt der Dargestellte im Ausdruck weicher und deutlich jünger. Unsere Zeichnung dagegen, eine sehr subtile psychologische Studie des Heranwachsenden, betont durch die klaren, im Körperbereich fast abstrakten Linien und das Licht die Strenge seines Charakters.
Hans Kollwitz studierte in Berlin, Freiburg und Bonn Medizin, Philosophie und Literaturwissenschaft. Nach der Beendigung seines Studiums arbeitete er in Berlin als Arzt und Psychotherapeut. Die meisten Kollwitzzeichnungen des Berliner
Kupferstichkabinetts sind Geschenke von ihm an die Neue Nationalgalerie.
(Text: Sigrid Achenbach, Käthe Kollwitz (1867-1945). Zeichnungen und seltene Druckgraphik im Berliner Kupferstichkabinett, Ausst.-Kat. Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1995, S. 92-93, Kat.-Nr. 104)