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Objektbeschreibung

Ab den späten 1960er-Jahren befasste sich Serra mit den „Prop Pieces“, einer Reihe von Arbeiten, die sich mit der Zusammenstellung schwerer Eisen- und Stahlelemente ohne Stützen oder Streben auseinandersetzt. „Prop“ bedeutet im Englischen „Stütze“ oder „Requisit.“ In „Corner Prop“ sind zwei großformatige Cortenstahl-Platten übereinandergestellt, wobei die obere Platte an die Wand in der Raumecke gelehnt ist. Die Positionierung, die womöglich willkürlich anmutet, aber genau berechnet werden muss, und das „Abstellen“ im Eck widersetzen sich jeglicher Inszenierung oder Dramatik. Gleichzeitig verdeutlicht die Setzung zweier schwerer Platten ohne zusätzliche (Ab-)Sicherung ein sensibles Spiel zwischen Schwerkraft, Halt und Architektur. Die Gefahr des Wankens, Umstürzens bleibt stets präsent. Die Wand wird zu einem Teil des Kunstwerks – räumlich wie konzeptionell –, da sie gleichsam zum notwendigen, stützenden Element der Arbeit wird. Die Platten erscheinen in dieser Konstellation fast schwerelos und evozieren in dieser Paradoxie eine besondere Momenthaftigkeit. | Kristina Schrei