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Mädchen mit Spiegel

Gestiftet von L. Roy Blumenthal, New York

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Objektbeschreibung

Hofer behandelte das Sujet der jungen Frau bei der Toilette in zahlreichen Varianten. Ihm wesentlich erscheinende Themen wiederholte der Künstler, zumeist in nur kleinen Abwandlungen, auf der Suche nach einer Qualitätssteigerung. Die Vorläufer des Motivs „Mädchen mit Spiegel“ stammen bereits aus den Jahren 1938 (Verbleib unbekannt, WVZ Wohlert/Eisenbeis 2008, 1370) und 1943 (Privatbesitz, Dortmund, WVZ 1656), betitelt als „Junge Frau mit Spiegel“. Während die Sitzhaltung des sich im Handspiegel betrachtenden Mädchens über die Jahre hinweg identisch blieb, mit übereinandergeschlagenen Beinen und halb entblößter rechter Brust, wies Hofer den zuvor weitgehend undefinierten Umraum in seiner späten Version eindeutig als Atelier aus: Die Dargestellte wird hier in ihrer Rolle als Modell gezeigt, umgeben von mehreren Keilrahmen. Dass sich der vom nationalsozialistischen Regime verfemte Künstler öffentlich gegen jenes positioniert hatte, trug unmittelbar nach Kriegsende zu seiner Berufung als Direktor der Hochschule für die bildenden Künste in Berlin bei. Bis zu seinem Tod 1955 hielt er an einer figürlichen Darstellungsweise fest, weshalb er im westlichen Kunstbetrieb mitunter als Reaktionär in einer im Aufbruch begriffenen Kunstszene der Nachkriegszeit angesehen wurde. | Irina Hiebert Grun