Fragmente einer Tunika
Objektbeschreibung
Erhalten sind drei Teile einer weiteren Ärmeltunika, und zwar ein größeres Fragment des Vorder- oder Rückenteils und die beiden Ärmel. Die Tunika wurde in einem Stück von Ärmel zu Ärmel gewebt, d.h. die Kette verläuft horizontal. Die Ärmel der Tunikaseiten waren ursprünglich geschlossen. Die Tunikaseiten wurden durch mehrere Schußeinträge in den letzten drei Fächern verstärkt. Diese Verstärkung wird bis in den Achselbereich fortgeführt und markiert so den Übergang vom Vorder- bzw. Rückenteil zu den Ärmeln. Die Anschlüsse sind am oberen Abschluß des rechten Ärmels und an der oberen linken Kante des Vorder- bzw. Rückenteil erhalten. Die Ärmel setzten etwas tiefer am Vorder- und Rückenteil der Tunika an, als die Abbildung sugeriert. Ein gestopfter Riß befindet sich in Höhe einer Achsel.
Das Grundgewebe der Tunika ist durch vertikale doppelte Strukturstreifen in regelmäßigen Abständen von ca. 2,5 cm verziert. An der Innenseite der Clavi liegen mehrere Strukturstreifen in dichter Abfolge. Die Clavi verlaufen bis zur unteren Kante des Vorder- bzw. Rückenteils. Die Ärmelstreifen sind durch eine schmale Linie aus ungefärbten Schußeinträgen in zwei Bahnen unterteilt. Clavi und Ärmelstreifen sind schlicht dunkelviolett gehalten. Kurze Fransen schmücken die unteren Ärmelabschlußkanten. Reste etwas längerer Fransen haben sich an der linken Tunikaseite unter der Achsel erhalten. Parallel zu den Tunikaseiten und den unteren Ärmelabschlußkanten sind zwei Schüsse aus dunkler Wolle eingetragen. Eine Radiocarbonanalyse zur Altersbestimmung erbrachte einen Datierungszeitraum von 135-320 n. Chr.
(Cäcilia Fluck, 2018)