Mit dem Hirschreiter
Objektbeschreibung
Gegen Ende des Ersten Weltkriegs begann sich Klee auf dem Kunstmarkt durchzusetzen. Zuspruch fanden seine Evokationen einer märchenhaft durchwobenen, traumhaften Welt, in der eigene und vor allem andere Gesetze herrschen als in der seinerzeit erlebten. In Zeichnungen wie dieser kleinen Skizze – von Klee eigenhändig auf Karton montiert, mit einem langen Unterstrich versehen und sorgfältig beschriftet – bezog sich der Künstler wiederholt auf Motive, die er bereits als Zehnjähriger erprobt hatte. „[…] wie ein Kind im Mannesalter“ schaue er auf die Welt, lobte Theodor Däubler in einer zeitgenössischen Rezension (Theodor Däubler, Paul Klee, in: Das Kunstblatt, 2. Jg. [1918], H. 1, S. 25). Hirsch und Reiter wirken wie aus Papierstreifen für einen Fröbelstern gefaltet; gezeichnet sind sie mit kratzigem Strich. Daneben ein kleines Boot, eine Boje mit Wimpel, allerlei Sterne und ein krakeliger Wölkchenhimmel, der den oberen Teil des Bildes durchschwebt. Nicht alles ist hier zu identifizieren, doch vieles auch in anderen Werken des Künstlers zu finden. | Kyllikki Zacharias