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Objektbeschreibung

Die handwerklich in höchster Qualität ausgeführte Wirkerei ist in ein leinenes Grundgewebe eingearbeitet, von dem nur noch Reste unmittelbar um das Bildmotiv erhalten sind. Sie wurde ausgeschnitten und auf ein anderes antikes, aber nicht zugehöriges Leinengewebe aufgenäht. In dem ringsum von einfachen dunklen Randlinien umgebenen quadratischen Rahmen des Bildeinsatzes ist ein kleineres, ebenso eingefasstes Quadrat eingeschachtelt. Darin ist eine weibliche Büste in Dreiviertelwendung nach rechts auf rotem Grund wiedergeben. Sie trägt ein rotes, auf der rechten Schulter fixiertes Manteltuch (chlamys, pallium), unter der ein blaues Gewand sichtbar wird. Das am Hinterkopf in großen Wellen herabhängende dunkle Haar schmückt ein grünlicher Stirnreif oder eine Binde mit rotem Zierglied in der Mitte. Im breiten Rahmenstreifen sind auf gelbbraunem Grund Edelsteine nachgeahmt: in der Mitte recht und links je ein blaues Rechteck (Saphir) mit weißer Mittellinie, über und unter der Büste je ein grünes Rechteck (Smaragd), gelb (oben) und purpurfarben (unten) gefasst; in den Ecken liegt je ein roter Kreis (Rubin) mit purpurfarbenem Rand. Zwischen den Edelsteinimitaten sind jeweils für weiße Punkte (Perlen) zu einem Quadrat angeordnet. Der Einsatz könnte sowohl von einem Kleidungsstück als auch von einem Ausstattungstextil stammen.

Die Wirkerei befindet sich heute im Puschkin-Museum in Moskau und ist dort unter Inv. KT 554 erfasst.

Literatur: O. Wulff und W. F. Volbach, Spätantike und koptische Stoffe aus ägyptischen Grabfunden, Berlin 1926, S. 15, Taf. 16 unter ÄM Inv. 11444; O. Lechitskaya, Coptic textiles, The Pushkin State Museum of Fine Arts, Moskau 2010 (russisch), S. 207, Nr. 105.