Hieratische Leinenstreifen (Mumienbinden) mit dem Totenbuch des Priesters Hor (Berlin P 3073 + London BM EA 10265-66 + NY PML Amherst 41)
Objektbeschreibung
Das altägyptische Totenbuch wurde nicht nur auf Papyrus, sondern
auch auf Mumienbinden geschrieben, in die der Körper des Verstorbenen
eingewickelt wurde. Die Binden des Priesters Hor stammen aus der frühen
Ptolemäerzeit. Dieser Priester ist wohlbekannt: 85 seiner (beschriebenen
und unbeschriebenen) Mumienbinden werden heute in Berlin verwahrt.
Weitere Mumienbinden desselben Priesters und ihre Fragmente finden sich
in London und New York. Insgesamt umfassen alle Binden 120
Totenbuchsprüche und mehrere Vignetten. Die Texte sind in einer
Kursivschrift der Hieroglyphen geschrieben, die Hieratisch genannt wird.
Es finden sich aber ebenso einige hieroglyphische Vermerke. Die
Mumienbinden des Hor sind das am besten erhaltene (heute bekannte) Set
von Mumienbinden aus dem Alten Ägypten. Es handelt sich um eine
Auftragsarbeit. Hor, oder übersetzt „Horus“, war ein Priester, der
verschiedene Titel trug: „Gottesdiener, Gottesvater, vom Gott Geliebter,
Sem-Priester, Diener des Ptah“ u. a.
Zu diesem
Totenbuch gehören noch die Leinwandstreifen London BM EA 10265 + 10266
sowie New York Pierpont Morgan Library M. Amherst 41.
Die Mumienbinde 26 gehört zur vorherigen Binde und enthält die Vignette zu Totenbuchspruch 110b, die in zwei Register aufgeteilt ist. Die begleitenden Textinschriften verlaufen zunächst von rechts nach links, im zweiten Teil im oberen Register in der ersten Zeile zunächst ebenso, bevor dann zwei Zeilen die Richtung wechseln. Hier wird die „Öffnung des Nilpferdes“ beschrieben, mit 1000 Meilen in seiner Länge und einer unbezifferbaren Breite angegeben ist. V. Lepper