Borte mit Reiterdarstellung und Rosette in Medaillons
Objektbeschreibung
Das Fragment einer Borte zeigt zwei Medaillons, die durch einen kleinen Kreis mit einem sogenannten Krückenkreuz und Palmetten voneinander abgesetzt sind. Beide Medaillons sind durch eine helle Randborte mit fortlaufender Weinblattranke gefasst. Den rechten Kreis füllt eine Rosette mit einem kleinen rotgrundigen Kreis in der Mitte, auf dem wiederum ein kleines Krückenkreuz zu erkennen ist. Der linke Kreis umschließt einen Reiter auf einem gezäumten, nach rechts galoppierenden Pferd. Der Reiter ist mit einer kurzen Tunika und einem Manteltuch bekleidet, von dem ein Zipfel hinter seinem ausholenden Arm flattert. Er richtet eine Lanze gegen eine Schlange unter den Hufen des Pferdes, während zwei geflügelte Gestalten mit Kränzen in den ausgestreckten rechten Armen über ihm schweben. Links neben dem Reiter ist ein weiteres Krückenkreuz mit zwei Kreuzanhängern wiedergegeben. Die Darstellung geht auf ein Motiv der römischen Kaiserikonographie zurück, die den Herrscher als Jäger in Begleitung zweier Victorien zeigt. Victoria, die Personifikation des Sieges, galt als Schutzgöttin der römischen Herrscher. Das Bildmotiv wurde später auf christliche Heilige übertragen. Dass es sich bei dem hier dargestellten Reiter um einen Heiligen handelt, lassen die wiederholt auf der Borte wiedergegebenen Kreuze vermuten. Ohne weitere Attribute ist er jedoch nicht zu identizieren. Ähnliche Darstellungen finden sich auf spätantiken und byzantinischen Seidengeweben wieder.