Messerfutteral
Objektbeschreibung
Das Futteral gehörte zu einem Jagdmesser. Es ist aus doppelschichtig geklebtem Rindleder von dunkelbrauner Farbe gefertigt und partiell gefasst. Das Futteral ist mit einer gerundeten Kappe zu verschließen. Hier und am Schaft befinden sich je drei geschnittene Schlaufen für die Trageriemen. Es ist verziert mit eigenwilligen Spiralmotiven, den im 15. Jahrhundert häufig auch bei gestickten Textilien auftretenden sogenannten Wirbelsonnen.
Das Futteral gehört zu einer Gruppe von Lederbehältern unterschiedlichster Art, die vermutlich im Umfeld der gleichen Werkstatt entstanden sind. Der Dekor wurde geschnitten und punziert. Die Punzierungen liegen innerhalb und außerhalb der geschnittenen Spiralen. Sie bilden optisch den Grund für größere Blüten, die - vorher ausgespart und geschnitten - nun in einer zweiten, höher liegenden Ebene erscheinen. Auf der einen Seite des Futterals verlaufen größere Spiralen mit Blüten neben kleineren an einem begrenzten oberen Teilstück. Die Gegenseite zeigt in einzelnen Feldern die gleichen Motive im Wechsel mit einfachen Wappenschilden.
Sehr gut erhalten ist an einigen Stellen das Zinnoberrot der ursprünglichen Bemalung, die sonst nur in Spuren von Weiß zu finden ist. Vermutlich handelt es sich hierbei um Reste einer Grundierung. Die Bemalung beschränkte sich offenbar nur auf die Motive, der Grund war ungefaßt. EM