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Porträt eines Mitglieds der Nürnberger Familie Mülleg mit Flinderhaube


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Objektbeschreibung

Verschollenes Gemälde. 
Die Dargestellte ist bis zur Hüfte im Dreiviertelprofil zu sehen. Ihre Augen weisen in Richtung des Betrachters, sind jedoch leicht abgewandt. Das Interieur besteht aus vor- und zurückspringenden Wandelementen, die nicht näher identifiziert werden können. Eine Tageslichtquelle ist im linken Bildbereich zu vermuten. Im linken Bildvordergrund steht eine Vase mit einem Familienwappen.
Das Geschlecht Müllegg/Müleck war ein schwäbisches Adelsgeschlecht und schrieb sich Mülegg von Hugenaug. Als Händler kamen Heinrich (1538-1604) und Hans (Tuchhändler) Müllegg als erste nach Nürnberg.
Die Dargestellte trägt ein bodenlanges, dunkles Obergewand. Ein dunkler, flacher Ballistkragen mit breitem, hellen Rand ist über die Schultern gelegt. Die halben Kleidärmel werden unterhalb des Ellbogens mit einer Schlaufe zusammengefasst; der weiße Ärmel der Bluse tritt füllig hervor. Die Haare sind streng zusammengefasst und von einer Goldhaube, der sogenannten Flinderhaube, bedeckt. Diese aufwändigen Ausformung ist ein lokaltypischer Kopfschmuck für den süddeutschen Raum.
In der linken Hand trägt die Dame Stulpenhandschuhe mit Bandschlaufen, die Rechte hält den Blumenansatz, der in einer Vase präsentiert wird. Als Schmuck trägt die Dargestellte eine zwei-(drei?)läufige Halskette, an der mittig ein Pendant befestigt ist. Das Pendant hat einen zentralen, gefassten, nicht facettetierten Stein und eine Tropfenperle. Um den Hals trägt die Dame, verdeckt durch den Kragen eine zweifach gelegten Gliederkette, welche am Halsausschnitt von einer Rosette zusammengenommen wird und von dort weiter hinabhängt. An beiden Handgelenken ist ein Armband mit drei Kettensträngen zu sehen; je ein Ring wird am kleinen und am Ringfinger getragen.

Text: S. de Günther