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Porträt einer Frau in rotem Kleid, Samtgollar und Barett


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Objektbeschreibung

Das dargestellte Mädchen trägt über dem Hemd und dem Kleid den jackenartigen Typus eines Gollars, der ärmellos war und unmittelbar unter der Brust endete. Eine fehlende vorderseitige Knopfleiste lässt vermuten, dass das Oberteil verdeckt mit Häkchen geschlossen wurde.Der Kragen des Frauenhemdes ist oberhalb eines hochgeschlossenem Gollars in Form einer schmalen Zackenrüsche mit dekorativen Stickereien sichtbar. Das schwarze Samtbarett weist eine goldene Zierkordel, sowie am Saum umlaufend paarweise zusammengeknüpfte Goldstifte auf. Jutta Zander-Seidel (Zander-Seidel 1990, S. 82) berichtet von relativ liberalen Materialvorschriften für Gollar. Sie besaßen eine klar definierte ständische Zeichenfunktion: noch 1583 waren sie ausschließlich den städtischen Oberschichten vorbehalten.
Goldschmuck war nur den Oberschichten gestattet und zeichnete die Trägerin als dem Patriziat angehörig aus (Zander-Seidel 1990, S. 132). 
Nicolas de Neufchatel arbeitete zwischen 1561 und 1567 in Nürnberg (Eine frühe Werkübersicht findet sich bei Peltzer 1926). Ohne die Leinwand genauer untersuchen zu können ist keine gesicherte Zuschreibung möglich. Es kann sich bei diesem Brustbild um eine Vorzeichnung oder eine Arbeit aus der Werkstatt oder dem Umfeld von Neuchatel handeln.
Das Berliner Bildnis stellt laut Inschrift eine 22-Jährige im Jahr 1657 dar. Das Bildnis der Susanna Stefan von de Neufchatel (National Portrait Gallery, London) wird in die frühen 1560er Jahre datiert. Die Gesichtszüge beider Porträts unterscheiden sich kaum, mit Ausnahme der Augenbrauen, die Kleidung jedoch erscheint in dem Berliner Bildnis schlichter und weniger repräsentativ. Beide Vergleiche verweisen auf die Region Nürnberg.
Lorne Campbell konnte in dem Bestandskatalog der National Portrait Gallery London auf neun weitere ähnliche Frauendarstellungen von de Neufchatel verweisen (Campbell 2014, S. 592-599).
Text: S. de Günther