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Zierstreifen mit Flechtbandranke, Kreuz und Tieren


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Objektbeschreibung

Der hier waagerecht ausgerichtete Zierstreifen (clavus) bildete einst einen von zwei Längsstreifen einer Tunika, in deren Grundgewebe er direkt eingewirkt wurde. Die rahmenden Streifen an den Längsseiten bestehen aus einem nach außen geöffneten Zinnenfries mit Punkten in den Lücken. Die breitere mittlere Bahn nimmt ein Band aus sieben miteinander verschlungenen Medaillons ein, von denen dreilappige Weinblätter zwischen Punkten nach außen abzweigen. Die Medaillons umschließen von rechts nach links eine Antilope, eine Vase, aus der verschlungene Weinranken wachsen, einen Hasen und ein weiteres vierbeiniges Tier mit getupfter Fellzeichnung. Die Tiere laufen auf ein Medaillon zu. In dieses ist als einziges farbiges Element im ansonsten auf dem für die Spätantike typischen Hell-Dunkel-Effekt basierenden Dekor ein gleichschenkliges gelbes Gemmenkreuz eingefügt. Dessen geschweifte Arme schmücken grüne, blaue und rote Juwelen imitierende Quadrate. Ein purpurfarbener Kreis mit hellem Kern liegt jeweils über und unter den Kreuzarmen. Nach dem Gemmenkreuz ändert sich die Laufrichtung der Motive, die sich in den beiden folgenden, noch erhaltenen Medaillons spiegelbildlich wiederholen.
Das Grundgewebe oberhalb des Kreuzes weist eine antike Reparatur auf. Es ist die Stelle, an der die Halsöffnung der Tunika ansetzt. Das Gewebe ist dort oval beschnitten,
mit einem Flicken unterlegt und sauber gesäumt worden. In dem Zierstreifen wurden wie bei einer Reihe vergleichbarer clavi typische Motive der klassischen Antike wie Jagdtiere, Weinranken und oft auch dionysische Figuren mit dem christlichen Symbol des Gemmenkreuzes kombiniert – ein in spätantiker Zeit nicht ungewöhnliches Phänomen. Als Ausdruck allgemeiner Lebensfreude standen sie nicht im Widerspruch zu christlichen Glaubensauffassungen, hier bekundet durch das Kreuz, das ursprünglich an markanter Stelle auf Schulterhöhe der Tunika saß.