Maschinenmöbelstuhl Modell 79.5
Objektbeschreibung
Richard Riemerschmid galt als einer der wichtigsten Vertreter des deutschen Jugendstils und vertrat eine schlichte, stark reduzierte Richtung. Als Mitbegründer des Deutschen Werkbundes zählte Riemerschmid zu einer der führenden Figuren der Reformbewegung.
Zu den bekannten Werkstätten der Reformbewegung gehörten die 1898 gegründeten „Dresdener Werkstätten für Handwerkskunst“, welche zahlreiche Entwürfe Riemerschmids umsetzten. Im Mittelpunkt der Werkstättenideen stand jeweils die funktions- und materialgerechte Konstruktion des Möbels.
Seit 1906 war die Möbelherstellung der Dresdener Werkstätten in zwei Bereiche gegliedert, einmal den der handgearbeiteten und zum anderen den mit der Maschine erzeugten Möbel. Letztere sollten preisgünstige maschinelle Herstellung mit geschmackvollem Design vereinigen. Die Entwürfe berücksichtigten den Verarbeitungsprozess und wurden maschinengerecht geplant. Anlässlich der 3. Kunstausstellung 1906 in Dresden präsentierten die Dresdener Werkstätten diese ersten Maschinenmöbel, wobei sie auch ihre Fertigung vorgeführten. Von Riemerschmid stammte eine Wohn- und Essstube mit Maschinenmöbeln. Auffallend bei den Stühlen sind die brettartigen Zargen, die an den Beinen unterschiedlich ansetzen und mit deutlich sichtbaren Holzdübeln zusammengefügt sind. Die Preisstaffelung der Maschinenmöbel sah im unteren Preissegment gestrichene Fichte vor, während den höheren Gruppen die teueren Holzsorten wie Eiche oder Mahagoni vorbehalten waren. ST