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Die Kinder der Europa

Schenkung von Dmitry Sidur

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Objektbeschreibung

Sidur war ein vielseitiger Künstler, der auch dichtete. Über „Die Kinder der Europa“ schrieb er:
„Tote Puppen / In Müllcontainer geworfen / Plattgedrückt / Zerfetzt / Zergliedert / Mit ausgestochenen Augen / Mit geöffneten Bäuchen / Erneut umgebracht / Die Kinder der Europa“
(Sidur, in: Natalija Nolde-Lurie, Drama cheloveka v tvorchestve Vadima Sidura, Moskau 2014, S. 167)

In dieser Assemblage häufen sich in einem Becken die Körper von Puppen und Teile von Gasmasken, als hätten diese ihren Dienst versagt. Möglicherweise Opfer spielender Kinder, stehen die Puppen für Menschen, die eine tödliche Geopolitik gebrochen zurückgelassen hat. Das Werk ist in Sidurs charakteristischem Stil grob-art (Sarg-Kunst) gemalt, mit dem er gegen Krieg ganz allgemein protestierte. Es war das zentrale Thema seines Schaffens, nachdem der größte Teil seines Lebens mit Krieg verbunden war. Im Zweiten Weltkrieg erlitt er eine Gesichtsverletzung und wurde lange Zeit in Krankenhäusern unter schwer versehrten Menschen behandelt. Ab den späten 1950er-Jahren löste er sich vom Sozialistischen Realismus und sah sich daraufhin mit der offiziellen Ablehnung seiner Arbeit konfrontiert. Sowjetische Kritiker warfen ihm Formalismus und Pazifismus vor. Seine Mahnmale gegen den Krieg hatten in der Bundesrepublik eine größere Präsenz als in der damaligen UdSSR. Die Modelle für „Den Opfern der Gewalt“, „Treblinka“, „Der Mahner“, „Tod durch Bomben“ aus den Jahren 1960 bis 1970, die bis zu 40 Zentimeter hoch waren, wurden von Freunden in der UdSSR außer Landes gebracht, vergrößert und unter anderem in Kassel (1974), Berlin (1979), Düsseldorf (1985) und Würzburg (1993) aufgestellt. | Elena Voronovich