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Wesen aus dem Keller

Schenkung von Dmitry Sidur

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Objektbeschreibung

„Ich möchte, dass der Betrachter nicht meinen Stil, sondern meine Welt erkennt“, schrieb Sidur (Vadim Sidur. Plastik, Graphik, Ausst.-Kat., Hamburg, 1979). Im „Wesen aus dem Keller“ erkennen wir die Welt des Künstlers deutlich, bevölkert von furchterregenden, pathetischen und auf ihre Weise charmanten Kreaturen aus der postapokalyptischen, radioaktiven Welt der nahen Zukunft. Im Keller, wie der Bildhauer das Souterrain nannte, das ihm als Atelier diente, befanden sich viele Objekte, die er auf Müllhalden entdeckt hatte und die bei ihm ein zweites Leben erhielten, indem sie Teil von Assemblagen wurden. Der Keller war überdies ein „Nest“ der Dissidenz, ein Anziehungspunkt für sowjetische Intellektuelle und seit den frühen 1960er-Jahren auch für ausländische Besucher. Nach seinem Abschluss am Moskauer Surikow-Institut im Jahr 1953 begann Sidur 1957, sich vom Stil des Sozialistischen Realismus abzuwenden und strebte nach anderen Formen des Ausdrucks. Auslöser dafür war der Besuch der Picasso-Ausstellung in Moskau 1956. Sie eröffnete dem jungen Künstler neue Freiheiten im Umgang mit Naturdarstellung. Sidur machte keinen Hehl aus seiner Bewunderung für das Werk Picassos und räumte dessen Einfluss ein. Am nächsten steht das „Wesen aus dem Keller“ wohl Picassos „Stierkopf“, den der spanische Künstler 1942 aus einem Fahrradsattel als Schnauze und einem Lenker als Hörner zusammengefügt hatte. | Elena Voronovich