Ohne Titel
Objektbeschreibung
Auf einer gold-beigefarbenen Fläche bilden schwarze Linien ein rasterförmiges Muster. Die dadurch entstehenden Kästchen sind mit verschiedenen Zeichen und Symbolen gefüllt: In der linken Bildecke befindet sich eine Kreisform, in der rechten ein stilisiertes Gesicht. Darüber hinaus integrierte Gottlieb verschiedene abstrakte Zeichen und Striche, die sich, je nach Abstand, zu unterschiedlichen Gebilden formen. Die Stärke des Tuscheauftrags variiert, sodass das Bild etwas Verschwommenes, Unkenntliches und Mysteriöses erhält. Das Bild ist ein Rätsel. Es regt dazu an, über das Gesehene nachzudenken, die Symbole zu entschlüsseln und einen eigenen Zugang zur Sphäre des Geheimnisvollen und Unergründlichen zu finden. Wesentlich beeinflusst wurde Gottlieb durch die Auseinandersetzung mit der Malerei von Paul Klee, der Kunst und Zeichensprache der indigenen Menschen Nordamerikas, dem Zen-Buddhismus und Carl Gustav Jungs Theorie vom kollektiven Unbewussten. Ab 1940 entstanden die sogenannten Pictographs, zu denen auch die vorliegende Arbeit gehört: Die vom Surrealismus inspirierten Raster sind ein Versuch, die Realität verschlüsselt auszudrücken. 1942 fand die erste Einzelausstellung mit Pictographs in der Artists Gallery, New York, statt. Gottlieb arbeitete bis ins Jahr 1951 an der Werkgruppe. | Eva Keller