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Untitled (Study for „Pancho Villa Dead and Alive”)


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Objektbeschreibung

Mit der Technik der Collage beschäftigte sich Motherwell erstmals 1943. Die Mäzenin Peggy Guggenheim hatte ihn sowie eine Handvoll anderer US-amerikanischer Künstler – unter ihnen William Baziotes und Jackson Pollock – zu einer Gruppenausstellung eingeladen, die jener in den USA noch nicht sehr verbreiteten Methode gewidmet war. Auf ihr Drängen und unter Anleitung des Surrealisten Roberto Matta, einem engen Vertrauten Motherwells seit ihrer gemeinsamen Zeit in Mexiko 1941, experimentierte dieser erstmals mit „papiers collés“ (geklebten Papieren). Unter anderem schuf er 1944 die vorliegende unbetitelte Collage, die heute auch als „Study for ‚Pancho Villa Dead and Alive‘“ bekannt ist, da sie Merkmale der gleichnamigen Collage aus dem Vorjahr aufweist, die sich heute im Museum of Modern Art in New York befindet. Die Arbeit auf Karton setzt sich aus verschiedenen Sand-, Pack- und Japanpapieren zusammen, über die aus Tusche eine strichmännchenhafte Figur mit weit aufgerissenen Augen und erhobenem Arm gemalt ist. Da die Papiere hinter dem Männchen einem Sarg gleichen, über dem eine Zielscheibe prangt, liegt eine Analogie zu Pancho Villa, dem 1923 ermordeten mexikanischen Revolutionsführer, durchaus nahe. Waren Motherwells Collagen anfangs sowohl figurativ als auch abstrakt, verschwanden die darin durchscheinenden surrealistischen Anleihen zu Beginn der 1950er-Jahren und wichen einer Formensprache, die vor allem dem abstrakten Expressionismus verpflichtet war. | Maike Steinkamp