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Indianische Mythen

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010

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Objektbeschreibung

Der in Basel geborene Künstler lebte ab 1929 in Paris, wo er seine künstlerische Ausbildung fortsetze. Er verkehrte im Kreis der Surrealist*innen und wurde bald Mitglied dieser Gruppe. Eine seiner vielen Reisen führte ihn 1938 an die Nordwestküste von British Columbia. Als erster surrealistischer Künstler beschäftigte er sich mit der Mythologie der indigenen Bevölkerung in Kanada. Hiervon sowie u. a. von Totentanzdarstellungen angeregt, reicherte er seine Ikonografie mit mythologischen Anspielungen an. Aufgrund seiner jüdischen Wurzeln von den Nationalsozialisten verfolgt, emigrierte Seligmann nach Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 in die USA. Für seine dritte Einzelausstellung in der New Yorker Durlacher Bros. Gallery 1946 entstanden 15 Gemälde, darunter auch die figurative Darstellung „Indianische Mythen“. Wie in vielen seiner Gemälde setzt er sich hier mit geisterhaften Fantasiegestalten auseinander, die sich im Tanz oder Kampf begegnen. Zwei gesichtslose, vielgliedrige Wesen bewegen sich vor grün-braun verwaschenem Hintergrund. Ihre Gewänder aus wallenden, bunten Tüchern akzentuieren ihre Bewegungen. Zeitlebens hatte Seligmann großes Interesse an Magie und Okkultismus und trug über die Jahre eine bedeutende Bibliothek zu diesen Themen zusammen. Als dieses Gemälde entstand, schrieb er zudem an einem Buch zur Ideengeschichte der Magie verschiedener Kulturen von der Antike über das europäische Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert, das 1948 erscheinen sollte (The Mirror of Magic. A History of Magic in the Western World). | Lisa Hackmann