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Linien ins Leben

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010

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Objektbeschreibung

Das Leben als britischer Offizier der Royal Navy gab Onslow Ford mit seinem Umzug nach Paris 1937 auf, fortan lebte er dort als Künstler. Schon bald lernte er Roberto Matta kennen, mit dem zusammen er 1938 offiziell der Gruppe der Surrealisten beitrat – er war zugleich deren jüngstes und letztes Mitglied. Seine episodischen, traumorientierten Bilder, die oft von biomorphen Formen bestimmt werden, verwiesen bereits auf seine Arbeiten der 1940er-Jahre, in denen er die „inneren Welten“ mittels eines abstrahierten, sorgfältig organisierten Systems aus Punkten und Linien noch besser sichtbar zu machen hoffte. Angeregt wurde er von der spektakulären Landschaft und den Farben Mexikos, wo er nach einem kurzen Zwischenstopp in New York (1940) zwischen 1941 und 1947 lebte. Seine Bilder aus dieser Zeit sind von weichen, sich fließend überlagernden Formen bestimmt, die wie Konturen von Hügeln und Bergen wirken, etwa in der Gouache „Linien ins Leben“. Gleichzeitig scheint das Blatt inspiriert zu sein vom naiven Mystizismus der indigenen Purépecha, in deren Nähe Onslow Ford damals wohnte. In der Tat erwecken seine bewegten Linien und amorphen Formen weniger den Eindruck einer realen Karte als vielmehr den einer visionären Geisteslandschaft. In seinen Jahren in Mexiko löste sich der Künstler immer mehr vom Surrealismus, ebenso wie sein Künstlerkollege Wolfgang Paalen, mit dem er dort in engem Kontakt stand. Spätestens nach seinem Umzug nach San Francisco 1947 fand Onslow Ford zu einer rein gestischen Malerei mit kosmischen und kalligrafischen Elementen. | Maike Steinkamp