Mosaikkopie des Apostels Judas Zelotes aus dem Baptisterium der Orthodoxen in Ravenna
Objektbeschreibung
1919 fand eine Ausstellung zu Mosaiken im Berliner Kunstsalon Fritz Gurlitt statt. Es wurden Kopien nach frühchristlichen Mosaiken präsentiert. Gottfried Heinersdorff hatte 21 Kopien in Originalgröße geschaffen. Als Vorlage dienten ihm hierfür Aufnahmen von Conrado Ricci und Joseph Wilpert. Heinersdorff widmete sich seit 1908 der Herstellung von Glasmosaiken. Seit 1914 war er Partner bei „Vereinigte Werkstätten für Mosaik und Glasmalerei Puhl & Wagner, Gottfried Heinersdorff“. Wilhelm Bode war von den Werken der Ausstellung derart angetan, dass er vier Kopien für das Kaiser-Friedrich Museum in Auftrag gab. Es handelte sich um: eine Kopie des Kopfes des Erzengel Gabriels nach einer Verkündigungsszene aus S. Maria Maggiore in Rom (MBK Inv. 6851), die Kopie des heiligen Viktor nach einem Mosaik aus S. Felice in S. Ambrogio in Mailand (MBK Inv. 6852), eine Kopie der Scheidung von Böcken und Schafen nach einem Mosaik in S. Apollinare Nuovo in Ravenna (MBK Inv. 6853) und eine Kopie des Apostels Judas Zelotes [inventarisiert als Simon Zelotes] nach einem Mosaik im Baptisterium der Orthodoxen in Ravenna (MBK Inv. 6854). Ob diese von Heinersdorff persönlich angefertigt wurden ist nicht überliefert. Zur Anschaffung der Werke stellte das Kultusministerium (Ministerium für Wissenschaft Kunst und Volksbildung) einen außerordentlichen Zuschuss bereit.
Die vier Kopien nach frühchristlichen Mosaiken gelten allesamt seit 1945 als vermisst.
(Ehler 2017)